Donnerstag, 26. Februar 2009

Peugeot 407 Coupé

Ich brauche schnell ein Auto für einen gerade hereinbekommenen Termin. Kurz über Internet gebucht, 90 Minuten später bin ich da. Gemeinsam mit meinem Kollegen spekuliere ich: Erhöht die kurzfristige Buchung unsere Chancen auf ein Update? Sind alle Autos der gewählten Klasse ausgebucht? Oder ist es genau anders herum? „Da hab ich was Tolles für Sie: einen Peugeot 407, Diesel mit 205 PS und Automatik – ein sehr schöner Wagen.“ Also ein Update. Peugeot? Bin ich noch nie gefahren, klingt interessant. Fast 1.200 km liegen in den nächsten zwei Tagen vor uns.

Rote Ledersitze – naja. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Der erste Eindruck vom Fahrgefühl ist gut. Der Wagen reagiert spontan und liegt angenehm auf der Straße. Man spürt das etwas straffer abgestimmte Fahrwerk – trotzdem ist es auch auf der langen Strecke auf der Autobahn noch recht komfortabel. Zum Glück hat der Wagen eine Geschwindigkeitsregelanlage – eine meiner liebsten Extras. Die Funktion der 5 Knöpfe erschließt sich schnell und der Hebel liegt optimal um entspannt über die Autobahn zu gleiten. Am Lenkrad gibt es keine Knöpfe wie sonst heutzutage üblich, sondern diese sind dahinter auf zwei extra Hebeln angebracht. Eine merkwürdige Entscheidung, denn dadurch sind sie schlechter zu erreichen.

205 PS soll der Wagen haben? Davon merke ich nur wenige. Ein BMW 320d zieht besser. Der große Farbbildschirm in Kombination mit den etlichen, kleinen Knöpfen ist schwer verständlich und während der Fahrt viel zu umständlich. Die Sitze sind bequem – aber wieso wackelt meiner jedes Mal, wenn ich mich bewege? Die Fensterheber sind so ungünstig weit hinten angebracht, dass ich mich verrenken muss, um mein Fenster zu öffnen und mein Mitfahrer seines ausversehen mehrmals öffnet. Insgesamt gefallen mir Ergonomie und Bedienkonzept nur eingeschränkt. Besonders lustig zum Beispiel der SIM-Karten Slot. Nach 5 Minuten erfolgloser Suche konsultieren wir das Handbuch – nichts. Durch Zufall fällt meinem Mitfahrer ein winziger Knopf oberhalb einer kleinen Abdeckung auf– hierbei scheint es sich um den Slot zu handelt. Nochmal im Handbuch geschaut – ah, unter Multimedia steht es. Genau. „Drücken Sie den Knopf mit einem Bleistift ein.“ Ja toll – wer hat sich denn so etwas ausgedacht. Irgendwie klappt es schließlich dann doch. Oh – nach kaum 500 km muss ich zur Zapfsäule – und das bei moderater Fahrweise. 12 l pro 100 km sollen es im Durchschnitt gewesen sein - viel zu viel für den Diesel-Motor. Ein Blick draußen offenbart zudem schon deutliche Verwitterungsspuren am Lack. Nach 12.000 km Laufleistung bei einem fast neuen Mietwagen bedenklich.

Fazit: Mein Bruder, der sich den Wagen kurz ganz neugierig näher angeschaut hat, sagte anschließend passend: Manche Autos sind einem auf Anhieb sympathisch, andere nicht. Und der Peugeot 407 Coupé ist es leider nicht.

Abgabeschmerzen: keine

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen